Orgeln, Musik und Gesänge   Museum und Judentum    Romanische Straße 
Europäisches Orgelzentrum – Flöten aus aller Welt
 


Die Silbermann-Orgeln
von Marmoutier

Verein der Freunde der Silbermann-Orgeln :

> Messezyklus in der Abteikirche :

Im Lauf dieses Zyklus, der im Mai und Juni stattfindet, bieten die Orgelfreunde einem breiten Publikum die Möglichkeit, die sakrale Musik in dem liturgischen Rahmen, für den sie eigentlich komponiert wurde, (wieder) zu entdecken.
An diesem berühmten Ort, der eine ausgezeichnete Akustik besitzt und von über 1.500 Jahren Geschichte und spirituellen Lebens geprägt ist, begleiten renommierte Künstler die sonntägliche Messe. Bekannte Organisten spielen auf der Silbermann-Orgel, einem Instrument, das geschaffen wurde, um der Musik französischer Komponisten einen herrlichen Klang zu verleihen.
> Sommerkonzerte auf der Silbermann-Orgel :
In den Monaten Juli und August präsentiert jeden Sonntag um 17 Uhr ein von den Orgelfreunden eingeladener Organist die Orgel als Instrument und die Stücke, die er anschließend spielen wird. Der Eintritt ist frei, am Ausgang kann jedoch eine Spende für die Wartung und für künftige Instandsetzungsarbeiten an der Orgel geleistet werden.
> Ausstellung :
Sie findet von Mai bis Juni in der Abteikirche statt und führt durch die 300-jährige Geschichte der Orgel von Marmoutier.
> Geplante Projekte :
1709-2009… bald feiert die Orgel ihren 300. Geburtstag!
Geplant sind eine vollständige Entstaubung des Instruments, die Restaurierung der Täfelung und der noch vorhandenen Elemente der Balustrade etc.


   
CDs von der Orgel werden im Tourismusbüro verkauft.  


Die Familie von André Silbermann :

Herkunft :
Der gebürtige Sachse André Silbermann (1678-1734) kommt um 1699 ins Elsass und lässt sich dann um 1702 in Straßburg nieder.

Die erste Orgel :
1702 konstruiert er sein erstes Instrument in Straßburg und unterrichtet seinen jüngeren Bruder Gottfried (1683-1753) im Orgelbau.

Pariser Zeit :
Zwischen 1704 und 1706 überlässt er die Leitung seiner Werkstatt seinem Bruder und reist nach Paris, um von François Thierry (1677-1749) die Kunst des französischen Orgelbaus zu erlernen.

Erste große Aufträge :
Schon 1707 erteilt ihm die wohlhabende Abtei von Marmoutier (Maursmünster) den Auftrag zum Bau einer großen Orgel in französischem Stil. 1708 kehrt Gottfried nach Sachsen zurück, so wie es sein Lehrvertrag vorsah.

Seine Erben :
André Silbermann stirbt 1734 und sein ältester Sohn, Jean André (1712-1783), übernimmt nach ihm die Werkstatt. Schon bald genießt er ein ebenso großes Ansehen wie sein Vater. 1746 vervollständigt er entsprechend der Vorgaben des Vertrags von 1707 mit der Abtei von Marmoutier die noch fehlenden Pfeifenstöcke des Positivs und der Pedale und fügt ein Echoregister hinzu.

Die anderen Söhne von André Silbermann :
Jean Daniel (1717-1766) baut zusammen mit seinem Onkel Gottfried, der ledig blieb, Orgeln in Sachsen. Jean-Henri (1727-1799) ist in ganz Europa als Bauer von Cembalos, Klavichorden und Pianoforti unterwegs.

Das Werk der Silbermanns :
In 80 Jahren haben André und Jean André 91 Orgeln gebaut. 1786 endet die berühmte Silbermann-Dynastie mit dem Tod des letzten Silbermann-Nachkommens, Jean Josias (1765-1786), Sohn von Jean André.
















Jean-André Silbermann
mit 30 Jahren

(Pastellportrait
von F. B. FREY)

Schnittzeichnung der Orgel und Detailbild der Mechanik :


Aufbau der Silbermann-Orgel von Marmoutier :

 

Große Orgel

Positiv

Echo

Pedal

 

 

(49 Noten)

(49 Noten)

(25 Noten)

(25 Noten) 2 mehr ab 1955

 

 

 

 

 

 

 

Prinzipal 8

Gedackt 8

   Bourdon 8

Pfeife 16*

André S.

 

Gedackt 16

Prinzipal 4

   Prinzipal 4

Pfeife 8

Jean-André S.

 

Gedackt 8

Quinte 2 2/3

   Quinte 2 2/3

Pfeife 4

 

 

Prinzipal 4

Prinzipal 2

   Prinzipal 2

Bombarde 16*

 

 

Quinte 2 2/3

Terz 1 3/5*

   Terz 1 3/5

Trompete 8

 

 

Prinzipal 2

Mixtur 3 Rg.

 

 

 

 

Terz 1 3/5

Cromorne

 

 

 

 

Kornett 5 Rg.

 

* Positiv: Die Terz ist nicht neu und auch nicht von Silbermann
* Pedal: Die wurmstichigen Körper der Pfeife 16 und der Bombarde 16 wurden ausgetauscht
Kupplung Große Orgel / Ausziehbares Positiv
Leichter Tremulant Große Orgel + Positiv
Gefederte mechanische Traktur, vollständig von Silbermann
Laden von Silbermann
Stimmhöhe: 392 Hz, d. h. 1 Ton unter 440 Hz.

 

Mixtur 3 Rg.

 

 

Zymbal 3 Rg.

 

 

Trompete 8

 

 

Clairon 4

 

1710

Menschliche Stimme 8

 

1746

 

 

Die Silbermann-Orgel ... Drei Jahrhunderte Geschichte :

> 1707 : Vertrag zwischen André Silbermann und Anselme Moser, Abt von 1702 bis 1733.
> 1709-1710 : Einbau der Orgel, aber einige Pfeifenstöcke bleiben leer. André Silbermann kommt um ein Haar durch die Dechsel eines betrunkenen Arbeiters ums Leben.
> 1719 : Auftrag für ein Positiv für den Chor der Abteikirche.
> 1746 : Vollendung der Orgel von Marmoutier und der von St. Quirin im Departement Mosel durch Jean André Silbermann.
> 1755 : Optimierung des Gebläses (Jean André und Gottfried).
> 1765 : Entstaubung nach Arbeiten im Chor (Jean André und Jean Daniel).
> 1772 : Reparatur des Gebläses (Sauer, Mitarbeiter bei Silbermann).
> 1805: Drohender Kauf der Orgel durch die Gemeinde Saint Jean de Strasbourg.
> 1872, 1887, 1915, 1930 : Verschiedene Akkorde, “Instandsetzungen” und Verfälschungen: Die Quinte des Positivs wird umgewandelt in eine 4-Terz-Pfeife des weggefallenen Positivs.
> 1951 : Gründung des Vereins der Freunde der Silbermann-Orgel von Marmoutier auf Anregung von Marcel Thomann und mit der Unterstützung von Albert Schweitzer.
> 1954-55 : Wiederherstellung der ursprünglichen Bauform durch die Straßburger Orgelbauer Mulheisen und Kern.
> 1975 : Entstaubung nach Innenrenovierung der Abteikirche (Kern aus Straßburg).


Albert Schweitzer à l'orgue
en 1955

Die Silbermann-Orgeln im Elsass :

 
Die Orgeln im Pays de Marmoutier 
 

Die Orgeln im Elsass stellen ein wertvolles kulturelles Erbe in unseren Kirchen dar
Es folgt eine kleine Übersicht über die Orgeln im „Pays de Marmoutier“:

Reutenbourg : Kirche Saint Cyriaque
Orgel STIEHR-MOCKERS, 1861.
1956 : Reparatur durch Alfred Kern
Authentische Orgel (ausgenommen die Pfeifen an der Vorderseite und das Windwerk).
Gut erhaltenes Gehäuse aus Eichenholz.

Schwenheim : Kirche Saints Vincent et Anastase
Orgel Xavier STIEHR, 1865
1934 und 1937: Reparaturen durch Franz Kriess
Gut erhaltenes Gehäuse aus Eichenholz

Dimbsthal : Kirche Saint–Symphorien
Orgel Paul ADAM aus Lingolsheim, 1950

Singrist : Kirche St Rémy
Orgel Charles WETZEL, 1881
1907 : Aloïse LORENTZ fügt einen unabhängigen Spieltisch und ein 2. Manual hinzu
1928 : Umbauarbeiten durch Edmond-Alexandre ROETHINGER
2005 : Restaurierung durch KERN
Gehäuse aus Eichenholz

Lochwiller : Kirche Saint-Jacques
Orgel Martin WETZEL, 1860
1916 : Reparatur durch Edmond Alexandre ROETHINGER
1944 : Einbau eines elektrischen Windwerks durch Edgard WETZEL
Wird momentan restauriert
Gehäuse aus Eichenholz
Orgeln in Lochwiller