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Die Abtei
Die Abtei von Marmoutier ist zweifellos eine der ältesten im
Elsass.
Der Legende nach wurde sie im 6. Jahrhundert von einem irischen Mönch
namens Leobard, einem Schüler des Heiligen Columban, auf Land gegründet,
das ihm um 589 von König Childbert geschenkt wurde. Das Kloster wurde dann
nach seinem Gründer benannt: „Leobardi Cella“.
Im Lauf ihrer Geschichte erlebte die Abtei abwechselnd Zeiten der Not und
des Wohlstands. Sie wurde mehrmals durch Brände zerstört (670, 717, 827,
950, ...), erhob sich aber immer wieder aus ihren Ruinen, bis zu ihrer
Konfiszierung im Jahre 1792.
Im 8. Jahrhundert erlebte die Abtei unter der Führung des Heiligen Maurus,
der die Benediktinerregel einführte und ihr seinen Namen gab
(Maurimonsterium), einen bedeutenden Aufschwung.
Die Abtei wurde ein religiöses Herrschaftsgebiet, das wirtschaftliche,
politische und verwaltungstechnische Zentrum einer weitläufigen Region,
genannt „Marche d’Aquilée“, die über 80 Gemeinden umfasste. |
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816
stand Benedikt von Aniane dem Kloster zehn Monate lang vor und schrieb die
dort gelebte Benediktinerregel nieder.
Dank der Einführung dieser neuen Regeln gewann die Abtei einen vorher noch
nie da gewesenen spirituellen und religiösen Einfluss.
Ab dem 13. Jahrhundert rissen die lokalen Feudalherren, darunter auch die
Burgherren von Geroldseck, Stück für Stück die Macht und das Eigentum an
den Ländereien an sich. Das Kloster erlebte so bis Ende des 17.
Jahrhunderts eine Zeit der Dekadenz.
Gegen 1705 erhielt die Abtei dank des Bischofs von Straßburg, Franz Egon
von Fürstenberg, einen Großteil ihrer ursprünglichen Besitztümer zurück.
Die Äbte Anselm Moser und Placide Schweighaeuser bauten das Kloster wieder
auf und führten es in eine neue Ära des Wohlstands.
Nach der französischen Revolution wurden die Klöster säkularisiert und dem
Abteileben ein Ende gesetzt. Sämtliche Besitztümer fielen an den Staat.
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